Fachperson Traumatologie


  • Ihre Fragen werden ausführlich und klar beantwortet. Sie erhalten grundlegende Informationen über ein Trauma und die Folgen der Traumatisierung.

  • Es wird Ihnen erklärt, dass sexuelle Traumatisierungen die körperliche Integrität des Opfers verletzen und dass eine "Out-of-Body-Erfahrung" eine natürliche Reaktion auf eine solch überwältigende Erfahrung ist.

  • Sie werden darauf aufmerksam gemacht, dass Sie keine Details ihrer Geschichte erzählen müssen, sondern dass ein Titel des Ereignisses genügt. Eine Fachperson wird Sie daran hindern, zu schnell zu viel von sich zu erzählen. Darin liegt die Erlaubnis, sich "schliessen" und schützen zu dürfen.

  • Sie erhalten von Anfang an ein grosses Mitbestimmungsrecht an der Zusammenarbeit. Sie entscheiden, ob Sie sich auf eine vorgeschlagene Arbeit einlassen wollen oder nicht. Ebenfalls werden Ihre Bedürfnisse in Bezug auf Länge, und Frequenz der Sitzungen sowie die Art und Weise der Interventionen besprochen.

  • Sie erhalten Trauma-Fachwissen vermittelt. Die Wechselwirkungen zwischen Gehirn und Körper werden Ihnen erklärt. Auch Begriffe wie Flashback, Dissoziation oder PTS-Symptome werden Ihnen erklärt.

  • Eine ausgewiesene Fachperson wird Ihnen erklären, dass ein traumatisierter Organismus auf minime Stimuli "Auslöser" (Trigger) reagiert und dass Sie das nicht mit ihrem Willen verhindern können. Sie wird Ihnen jedoch Methoden zeigen, wie Sie Ihren traumatisierten Organismus wieder beruhigen können.

  • Sie werden darin unterstützt, im Hier und Jetzt  und in Ihrem Körper zu bleiben.

  • Ihre Ressourcen und ihre Grenzen werden verstärkt und gefördert! Am Trauma selbst wird erst dann gearbeitet, wenn Sie stabil und dazu bereit sind. Das passiert in der Einzelarbeit und nicht in der Gruppe!

  • Eine Fachperson weiss um die Gefahr einer emotionalen Überflutung und damit einer Retraumatisierung. Sie wird den Prozess stoppen und strukturieren.

  • Sie wird in Ihrer Haltung klar sein, dass mit Ihnen alles in Ordnung ist! Sie wird Ihnen erklären, dass Ihre Symptome oder Beschwerden  Reaktionen auf ein oder mehrere aussergewöhnliche Ereignisse sind und dass diese eine Folge der Traumatisierung sind.

  • Sie wird Sie empathisch begleiten, wird Sie schützen, sie wird Unrecht benennen, die Verantwortung dem Täter übergeben und sich um Interventionen bemühen, die das Gefühl einer gewissen Gerechtigkeit wieder herstellen.

Menschen, die in der Kindheit sexuell ausgebeutet wurden und/oder misshandelt wurden, sollten bei der Wahl einer Fachperson wählerisch sein. Fragen Sie genau, ob die Fachperson Erfahrung mit sexuell traumatisierten Menschen hat und ob sie über spezielles Trauma-Fachwissen verfügt. Wenn dies der Fall ist, prüfen Sie, ob Sie sich mit der Person grundsätzlich wohl fühlen und sich vorstellen können, mit ihr zu arbeiten. Das gilt ebenso für Menschen, die andere traumatische Erfahrungen gemacht haben.